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Ausgewählter Beitrag
Der Buchwussel
Das Geheimnis der 26 Buchstaben
Vorwort
Liebe kleinen und großen Leser!
Habt Ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn es keine Buchstaben gäbe?
Eines gäbe es dann bestimmt nicht,
dieses Märchenbuch welches ich für Euch geschrieben habe und auch keine Buchwusel-Märchenbuchreihe wie ich sie für Euch geplant.
Es gäbe überhaupt keine Bücher und so manches auch nicht, dass Euch lieb und teuer ist.
Die Welt wäre viel ärmer und alles viel langweiliger als Ihr Euch das Vorstellen könnt.
Das alles will ich Euch mit diesem ersten
Band meiner Märchenbuchreihe erzählen.
Ein traumhaftes Erlebnis versprechen Euch Celine und der Buchwussel
Wie alles begann
Es war eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sommertag.
Die Sonne schien, wie es sich gehörte, die Kühe grasten gemütlich auf der Weide.
Auch die Kätzchen schnurrten behaglich in der Sonne..
Halt , ich habe ja ganz vergessen, euch Luisa vorzustellen!
Luisa war ein kleines, hübsches, blondes Mädchen. Die Haare trug sie immer zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das sah lustig aus, wenn sie rannte.
Dann wippte er so komisch und Timo, Luisas kleiner Bruder, prustete vor Lachen.
Luisa hatte freche kleine Sommersprossen auf der Nase die sahen aus, wie kleine Farbkleckse.
Eine kleine Brille musste sie manchmal tragen. Von Rüschen und Röckchen hielt sie gar nichts, auch nicht an diesem Tag, diesem Tag an dem sie Geburtstag hatte..
Um Luisa geht es in diesem Märchen oder sagen wir lieber, ohne Luisa wäre dieses Buch gar nicht geschrieben worden von mir.
Aber nun zurück zur Geschichte.
Luisa hatte also an jenem gewöhnlichen Sommertag Geburtstag. Na und wenn man Geburtstag hat, dann kommen meistens viele Gäste, und die bringen wiederum viele Geschenke! Besonders wenn man schon 6 Jahre alt wird.
So war das auch bei Luisa.
Begeistert und aufgeregt packte sie ein Päckchen nach dem andern aus,so als würde sie etwas suchen.
Bis sie dann ein Päckchen in der Hand hielt, was sie vorsichtig abtastete, während sie ganz still wurde.
So, als hätte Luisa geahnt, dass der Inhalt dieses Päckchens ihr ganzes Leben verändern würde.
Ganz andächtig und mit einem ernsten Gesichtsausdruck, so wie man es von Luisa kaum kannte, löste sie dann die rote Schleife. Was meint ihr, was sie aus dem bunten Papier herauskramte?
„Mein allererstes Lesebuch,“ jubelte Luisa und begann sofort darin zu blättern.
Stolz schaute sie über ihre kleine Brille die Geburtstagsgäste an.
„Ätsch, es gibt es doch, das Geburtagswünschemännchen“ triumphierte sie, und hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Ach, von wegen Luisa, du hast doch bereits genug von solchen Bilderbüchern, das ist doch nichts Besonderes,“ meinte Michael, ihr Kindergartenkumpel.
„Woher willst du denn wissen, dass es ein Bilderbuch ist? Kommt schaut Euch das einmal an!“
Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen, denn schließlich hatten sie auf diese Aufforderung lange genug, immerhin sechseinhalb Minuten, warten müssen.
Wie der Blitz sausten sie nach vorne. Es gab so manchen Ellenbogenstoß, um einen guten Platz zu ergattern.
„Menno, nun passt doch auf, Ihr macht es ja kaputt“, schimpfte Luisa und hielt das Buch ganz hoch, um es zu schützen.
"Das ist ja ein richtiges Erwachsenenlesebuch," bemerkten die Freunde und zuckten bedauernd die Schultern. Na ja, und dass man da erst einmal lesen lernen müsste, maulte Michael, während Susi bemerkte, dass nicht ein Bild darin zu finden sei.
Nur Luisa strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
Wie sehr sie sich dieses Buch gewünscht hatte erzählte sie dann, und dass ein 6jähriges Kind unbedingt lesen lernen müsse, weil Bilderbücher doch nun langweilig seien.
„Puh, lesen lernen das ist ja sooooo schwer,“ tönte da Michael und erzählte, wie schlimm es seinem großen Bruder doch in der Schule gehen würde. Na ja, und überhaupt, dass Luisa einen großen Knall hätte, war seine feste Meinung an jenem Geburtstagsfeiernachmittag!
Bei Luisa wollte keine rechte Lust zum Spielen und Toben mehr aufkommen.
Sie saß in Vaters Schaukelstuhl und versuchte vergeblich in dem neuen Buch zu lesen.
Neben ihr im Gras, lag das ganze bunte Geschenkpapier, in dem es schon einige Minuten laut raschelte. Luisa hatte es vor lauter Eifer nicht wahrgenommen. Doch jetzt schaute sie neugierig auf diesen kleinen bunten Haufen.
Ob sich da wohl eine Maus verirrt hatte? Der Wind konnte es nicht sein denn das hätte sie gespürt. Was man nicht verstehen kann, muss man auskundschaften gell?
Diesen Entschluss fasste unsere Luisa auch und begann, mit einem kleinen Stöckchen, vorsichtig in dem Papier herumzustochern. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und landete etwas unsanft im Gras.
„Autsch, aufhören bitte,“ flehte da eine piepsige Stimme! Was war das denn?
Luisa ließ vor Schreck das Stöckchen fallen und zupfte das Papier vorsichtig auseinander. Da schauten sie zwei große Kulleraugen durch eine Brille vorwurfsvoll an. Ein kleines Etwas krabbelte keuchend aus den Papierresten an die Oberfläche.
Mit offenem Mund blieb unserer Luisa einfach die Spucke weg!
“Wer bist Du denn,” war alles, was sie noch sagen konnte bevor sie auf dem Bauch landete!
Das kleine Etwas entpuppte sich als ein kleines braunes lustig aussehendes Männlein.
Es schüttelte sich benommen und strich sich eifrig sein braunes Mäntelchen glatt.
Dann schaute es Luisa prüfend an, reicht ihr eine klitzekleine Patschhand und fragte höflich:
“Darf ich mich vorstellen?”
Prüfend schaute er Luisa an.
“Mein Name ist Buchwussel“ sagte der kleine Kerl und schon kullerten die ersten Tränen. Verwundert und mitleidig schaute Luisa auf den kleinen Kerl herunter und streckte ihre flache Hand aus.
„Komm hör auf zu weinen,“ sagte sie tröstend. "Ich tu Dir nichts Böses. Lass uns lieber reden, vielleicht kann ich Dir ja helfen“, sagte sie.
„Hast Du ein Taschentuch“, fragte der kleine Buchwussel zaghaft und schwups stand er auf Luisas
Hand.
„Du bist aber ein superniedlicher kleiner Mann,“ stellte Luisa fest. Dann versicherte sie ihm, dass alles gut werden würde, weil sie doch schon 6 Jahre alt sei und ein vernünftiges, großes Mädchen.
Gerade als Buchwussel antworten wollte, kamen die Geburtstagsgäste angestürmt, um sich zu verabschieden.
Viele Hände streckten sich Luisa entgegen, wie das so ist, wenn sich Freunde verabschieden. Nur was tun, wenn man nur eine Hand frei hat?
„Was versteckst Du da hinter Dir,“ fragte Michael neugierig und versuchte Luisa umzudrehen. „Ach das ist mein Geheimnis Michael, ich mag das jetzt nicht zeigen.“
„Typisch Mädchen, dann eben nicht“, maulten einige der Geburtstagsgäste, während Luisa ungeduldig wartete, dass sich die Kinder verabschiedeten.
Unhöflich ist das eigentlich schon, aber wenn man doch bedenkt, dass Luisa den kleinen Buchwussel beschützen musste, dann kann man das verstehen.
Nur, es kann ja außer uns und Luisa keiner wissen.
Vorsichtig schlich sich Luisa ins Haus zurück und konnte ungesehen ins Kinderzimmer schlüpfen, welches sie mit Timo, dem kleinen Bruder, noch teilen musste.
Oben angekommen setzte sie sich mit dem kleinen Wesen aufs Bett. „Siehst Du, hier ist mein Zuhause und nun erzähle doch einmal bitte,“ bettelte sie und trampelte aufgeregt mit den Füßen auf dem Teppich. Buchwussel machte es sich in einer Falte des Kopfkissenbezuges bequem, seufzte tief, und schnaubte erst einmal seine kleine Knollennase.
„Alles nur wegen Deinem Buch,“ sagte er vorwurfsvoll.
Und dann erzählte er Luisa seine ganze traurige Geschichte.
„Wir Buchwussels leben auf dem Buchstabenplaneten im ABC-Land.
Dort wo ich herkomme, müssen die Buchwusselkinder auch zur Schule gehen, genau wie hier bei euch Menschen auch. Wenn wir dann schlau genug sind, dürfen wir in die Bücherläden ziehen, die unser Bürgermeister für uns ausgesucht hat.
Jeder gute Buchladen, der schöne Bücher verkauft, braucht einen Buchwussel,“ erzählte er und nickte energisch.
Was energisch ist, wisst ihr doch oder? Wenn man unbedingt zeigen will, wie ernst oder wichtig etwas ist, dann schaut man richtig energisch aus.
„Wir Buchwussels sorgen dafür,
dass die Bücher nicht staubig werden. Wir lesen sie eifrig, damit die Buchstaben keine Langeweile bekommen,“ erzählte er nun schon etwas fröhlicher.
„Hihi“, lachte Luisa.
Buchstaben können doch keine Langeweile bekommen, Du willst mich nur veräppeln!“ Da erklärte ihr der kleine Buchwussel, wie traurig die Bücher im Buchladen oft monatelang in den Regalen warten müssen, bis jemand vorbeikommt, der noch Freude am Lesen hat. Dann bekommen doch die Buchstaben Langeweile und wir Buchwussels müssen dafür sorgen, dass sie nicht zu traurig werden. Wir müssen sie putzen lesen, damit sie wissen, dass sie gebraucht werden.
Ungläubig schaute Luisa den kleinen Burschen an. „Oh, kannst Du nicht hier bei mir meine Buchstaben putzen und bei mir bleiben? Bis ich mein Buch lesen kann muss ich auch noch viel lernen und ich komme erst im Herbst zur Schule. Da werden meine Buchstaben aber auch eine Langeweile bekommen gell? Und überhaupt, so einen kleinen Freund könnte ich gut brauchen. Wohnen kannst Du doch im Bücherregal.“ „Na, da muss ich erst einmal schauen, ob das auch gute Bücher sind, denn nichts hasse ich mehr wie Mickymaushefte oder Spiderman!“
„Da kann ich Dich beruhigen“, war Luisas Antwort .
Überzeugt haben den Buchwussel nicht nur die Bücher, nein er fand sein neues Zuhause einfach gemütlich und außerdem wurde er hier richtig gebraucht.
So kam es, dass der Buchwussel bei der kleinen Luisa einzog.
Buchwussel erkundete ausgiebig das Zimmer denn er brauchte doch einen Schlafplatz.
Er untersuchte alle vier Ecken, huschte durch die Stofftiere kletterte über Autos und Puppenwagen und entdeckte dann unter Luisas Bett einen kleinen Karton.
Als er den Deckel anhob wurde er ganz aufgeregt. Bunte Buchstaben lagen da drin und er hüpfte vor Freude von einem Bein auf das andere.
„Der Buchwussel werd ich genannt
meine Heimat ist das Buchstabenland
ich helfe Menschen groß und klein
beim lesen lernen das ist fein!“
“Ehrlich, das würdest Du tun, mir das Lesen beibringen damit ich endlich mein Geburtstags-Erwachsenenlesebuch lesen kann?“ Der Buchwussel nickte mit dem Kopf. „Na sicher doch gerne, das ist doch großes Buchwusselehrenwort. Aber eine Bitte habe ich noch!“„Alles, was Du willst,“ versprach Luisa.
"Du musst mir mir das Buchwusselland besuchen
um es vor dem Untergang zu retten," erwiderte der kleine Kerl.
Dann erzählte das kleine braune Männchen, dass es dem Bürgermeister und allen Bewohnern seines Landes versprochen hatte, ein Erdenkind bringen würde, welches unbedingt Lesen und Schreiben lernen möchte.
Nur so bekämen die Buchstaben wieder Mut und würden sich nicht mehr überflüssig und traurig fühlen.
„Aber, stotterte Luisa, „wie soll das gehen und wie kommen wir dort hin?“
Der Buchwussel lächelte. „Das ist ganz einfach, du musst mich nur an die Hand nehmen und mit mir in deinen Buchstabenkarton springen!“
So geschah es dann auch, und was dann passierte, hätte sich Luisa niemals träumen lassen.
Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte........
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